Stefanitag - 26.Dezember
 
 
Pfarrpatrozinium – Heiliger Stephanus  

Unsere Pfarrkirche ist dem Heiligen Stephanus geweiht.
Er gilt als erster Zeuge, der für Christus den Märtyrertod auf sich nahm. Er wird daher auch als Erzmärtyrer bezeichnet und gilt als Vorbild für alle Blutzeugen. Sein Martertod ist
 sein Geburtsfest für den Himmel. Sein Fest ist am zweiten Weihnachtstag; es wurde 380 eingeführt.

Der heilige Stephanus ist am Hochaltar zwischen den
Statuen der Apostel Petrus und Paulus auf einem großen barocken Ölgemälde dargestellt. Er kniet am Boden, angetan mit seiner liturgischen Diakonskleidung,  hält die Hände gefaltet und blickt zum Himmel. Eben fliegen die ersten Steine gegen ihn…

 

                                                                                             Der hl. Stephanus, Hochaltarbild, um 1725 - 1750

Die Steinigung zum Tode folgte nach der jüdischen Gesetzgebung auf Gotteslästerung und andere Verbrechen. Sie wurde außerhalb der Stadt vollzogen. Die Tatzeugen mussten die ersten Steine werfen, das versammelte Volk die übrigen. Zeuge der Steinigung war kein Geringerer als der spätere Christenverfolger Saulus, welcher sich durch den Aufruf Gottes zum Paulus bekehrte und zum großen Botschafter der Sache Jesu entwickelte.

Der Ausruf des Stephanus, dass er den „Himmel offen sehe und Jesus zur Rechten Gottes“, entsprach genau diesem Vorwurf der Gotteslästerung. Berichtet wird die Szene und überhaupt der ganze Prozess des Stephanus vor dem Hohen Rat und seine glänzende Verteidigungsrede in der Apostelgeschichte in den Kapiteln 6 und 7.

 

 
     

 Es ist Tradition, dass am Hochfest des  Pfarrpatrons  der Herr Prälat aus dem Stift Vorau zu uns eingeladen wird und mit uns den Gottesdienst feiert. Der Kirchenchor übernimmt dabei die feierliche musikalische Gestaltung.

 

   
         

 
   

Aus der Predigt des Herrn Propstes Gerhard Rechberger am 26.12.2008

 Stephanus sieht den Himmel offen.

 In den Adventliedern wird die Sehnsucht ausgedrückt, dass sich der Himmel öffnen möge. „O Heiland, reiß die Himmel auf“, „Tauet Himmel den Gerechten“. Gott möge sich uns zuwenden. Zu Weihnachten feiern wird das ‚Herabsteigen’ des Wortes Gottes. Gott wird klein, ein Kind. Er geht ein in die Not und Schwäche, in die Finsternis und Heimatlosigkeit der Menschen. Das Licht strahlt herein in die Dunkelheit.

Von Seiten der Menschen erfordert das, sich zu öffnen, wie Maria offen war für die Botschaft Gottes. Oder wie die Fotovoltaik- Anlage der Pfarre Dechantskirchen ausgerichtet ist zur Sonne hin, empfänglich für die Sonnenstrahlen, so sollen wir ausgerichtet sein auf Gott hin. So kann Gott in uns geboren werden.

Weihnachten zeigt die Bewegung ‚von oben nach unten’ vom Himmel zur Erde, von Gott zu den Menschen. Am Fest des hl. Stephanus wird die Bewegung Richtung Himmel deutlich: Der geöffnete Himmel nicht nur als Ausgangsort, sondern als Zielort, als Heimat des erlösten Menschen. Stephanus – und jeder Mensch - schöpft Kraft zum Zeugnis, zur Hingabe, zur Vergebung aus der Gewissheit, dass sich der Himmel öffnet, dass Gott uns nahe ist.

 
 
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